
Als Navigatorin im Motorhome hat Sonja Schindler eine sehr wertvolle Rolle während des Race Across Australia übernommen, als Shiatsu Praktikerin konnte sie dem Team in schwierigen Situationen aber auch entscheidend helfen, unter derartigen Extrembedingungen körperlich in Topform zu bleiben. Wir trafen Sonja zu einem kurzen Interview.
ATT: Sonja, du warst beim Race Across America 2009 und jetzt beim Race Across Australia 2011 neben anderen Aufgaben auch als Shiatsu Praktikerin im Einsatz. Was können wir uns darunter vorstellen, wo liegt der Unterschied zur klassischen Massage?
Sonja: Shiatsu betrachtet den Menschen in seiner ganzen Vielfalt. Das bedeutet die Berücksichtigung nicht nur des Bewegungsapparates an sich, sondern auch der Psyche und vieler anderer Aspekte. Das ist das, was mich an Shiatsu so fasziniert: Es bietet durch seinen ganzheitlichen Ansatz für ziemlich jedes Problem einen Lösungsansatz, abgesehen von Knochenbrüchen und dergleichen…
ATT:…von derartigen Verletzungen sind unsere Radler ja glücklicherweise verschont geblieben! Kannst du uns ein Beispiel geben, wo Shiatsu besonders gut geholfen hat?
Sonja: Wie auch beim Race Across America hat Gerald nach 3 Tagen über ein Gefühl der Schwäche in den Beinen geklagt obwohl er sich eigentlich muskulär fit fühlte. Er hat einfach keine Power mehr abrufen können. Für mich ein eindeutiges Zeichen einer Schwäche in einem bestimmten Funktionskreis bzw. Meridian – das sind die Energieleitbahnen, die unseren Körper durchziehen. 30 Minuten Behandlung und bei Geralds nächstem Einsatz war alles wieder normal. Dazwischen lagen nur wenige Stunden.
ATT: Du möchtest dich auf Sportler spezialisieren. Warum?
Sonja: Ich bin selber begeisterte Triathletin und kenne viele der Problemchen, die man als Sportler haben kann. Klassische Massage ist zwar immer sehr angenehm gewesen, hat mir aber im Grunde nicht geholfen. Ein Beispiel: Meine Unverträglichkeit gegenüber dem vielen süßen Zeug, das man während dem Wettkampf zu sich nimmt, kann niemand wegmassieren. Durch meine Shiatsu-Ausbildung bzw. durch mein Wissen in der TCM (Anm.: Traditionelle Chinesische Medizin) konnte ich schließlich die Ursache verstehen und etwas dagegen tun. Ich habe beobachtet, wie Shiatsu die Regeneration fördern kann, wie Verspannungen und verhärtete Muskeln langfristig gelockert werden und wie ich so nebenbei auch noch andere Beschwerden, die der Sportler hat „im Vorbeigehen“ behandeln konnte. Bis jetzt hat sich niemand beschwert, dass er wieder besser schlafen kann oder sich allgemein wohler fühlt. Ein Sportler ist eben auch nur ein Mensch mit einem Leben außerhalb von Sportschuhen und Schwimmanzug…
ATT: OK, klingt nach vielen Möglichkeiten… Kannst du kurz zusammenfassen, wie ein Sportler von Shiatsu profitieren kann?
Sonja: Shiatsu kann einen Sportler – egal ob freizeit- oder wettkampforientiert – in jeder Phase unterstützen: als Vorbeugung gegen Überlastungsschäden oder Verletzungen; zur Entspannung des Systems, was zu einer Leistungssteigerung beitragen kann; zur schnelleren Regeneration; als Unterstützung im Heilungsprozess bei Verletzungen; ganz allgemein hilft Shiatsu dem Sportler vor und nach einem Wettkampf dabei, das natürliche Gleichgewicht in Körper, Geist und Seele herzustellen.
Sonja Schindler ist Diplomierte Shiatsu Praktikerin, Ironman Finisher und beantwortet gerne Deine Fragen zum Thema Sport & Shiats: info (at) sportshiatsu.at